Es gibt amerikanische Bands, die sind in Amerika ein richtig großes Ding – in Deutschland aber weitgehend unbekannt. Weiß ich doch, werdet ihr jetzt sagen. Aber: Union Youth sind aus Deutschland, dort (noch) kein so großer Act – und trotzdem in den Staaten bereits begehrt. So heißt es, dass einst die großen Labels Geffen und Fred Dursts Flawless Records an den Jungs aus Bad Bentheim interessiert waren. Die nahmen diese Angebote jedoch nicht an. Doch jetzt zum aktuellen Silberling „The Boring Years“. Produziert wurde dieses Album von Michael Ilbert (arbeitete auch schon u.a. für die Hellacopters, The Hives oder Tocotronic). Warum das interessant ist? Besonders der Sound der Hellacopters hat „The Boring Years“ deutlich hörbar beeinfusst (man höre nur einmal die erste Single „Sweet Song“). Und auch sonst wird auf dieser Scheibe an einigen Stellen modern gespielter Rock´N´Roll der Klasse Hellacopters, Gluecifer oder auch teilweise der Backyard Babies dargeboten. Besonders die wunderbaren „Back In The Sun“ und „Dressed Like Dolls“ erinnern an Gluecifer zu besten „Basement Apes“-Zeiten. Dazu kommen teilweise noch ein paar Punk und Indie-Einflüsse. Und so bringen die Jungs mit „Yeah“ auch einen amtlichen Abgeh-Kracher an den Start. Was das heißt? Sommer, Sonne, Gerstenkaltschale und ordentlich Union Youth – und der Abend ist perfekt. Okay, in Punkto Eigenständigkeit und musikalischem Anspruch sind Union Youth nicht an der Spitze zu finden – aber das liegt in der Natur solcherlei Musik. Zwar halten nicht alle Songs das Niveau der genannten Tracks, aber trotzdem: „The Boring Years“ ist ein richtig gutes Spaß-Album für einen entspannten Sommer-Abend! Wertung 8/10.