Es ist eines der legendärsten Live-Dokumente aller Zeiten: 1979 veröffentlichten UFO mit “Strangers In The Night” ein Stück Rockgeschichte. Und jetzt also so viele Jahre später ein neues Live-Dokument. Allerdings in einer anderen Besetzung, das muss an dieser Stelle gesagt werden. So ist Gitarrist und Superstar Michael Schenker, der nach dem Split zwischenzeitlich wieder mehrere Alben unter dem UFO-Banner mit aufgenommen hat, auf diesen Scheiben nicht zu hören. Nein, UFO im Jahr 2005 – das sind Phil Mogg (Lead Vocals), Pete Way (Bass), Paul Raymond (Keyboards, Rhythm Guitar, Vocals), Vinnie Moore (Guitar) und Jason Bonham (Drums, Vocals). Wobei Vinnie Moore als Schenker-Ersatz natürlich eine ganz besondere Rolle zukommt. Und, um es vorweg zu nehmen, für Moore sind Schenkers Fußstapfen keinesfalls zu groß. Nein, er überzeugt durch tightes Gitarrenspiel und tolle Improvisations-Soli. Doch zu den beiden Scheiben: Auf DVD 1 ist das Konzert am 13. Mai diesen Jahres in Wilhelmshaven dokumentiert. Hinzu kommen noch diverse Extras wie ein Making Of und ähnliche Standard-Features. Auf dem zweiten Silberling finden sich zunächst sechs Studio-Aufnahmen (aufgenommen am 26. Mai in Hannover). Komplettiert wird diese DVD durch Dokumentationen sowie Interviews und ein Making Of der Studio-Aufnahmen. Ein wahrhaft umfangreiches Package! Und eine gelungene Zusammenstellung. Zwar sind die Protagonisten nun wirklich nicht mehr die Jüngsten (1979 ist eben doch schon ein paar Jährchen her), aber die Aufnahmen zeigen, dass die Herren nach wie vor amtlich rocken. Alter schützt eben vor Hardrock nicht. Die Jungs spielen tight und rocken ordentlich nach vorne. Spieltechnisch gibt es natürlich auch nichts auszusetzen. Und besonders die Soli von Moore lassen hinsichtlich Virtuosität keine Wünsche offen. Zudem sind die Aufnahmen gut gemacht: Die Schnitte passen gut zu den Songs und die Sound-Qualität ist ebenfalls richtig gut. Was allerdings ein bisschen fehlt, ist die spezielle Live-Atmosphäre, die extrem gute Scheiben auszeichnet. Insbesondere ein paar Mitsing-Spielchen mit dem Publikum hätten hier Wunder bewirkt. Besonders überzeugend ist hingegen die zweite Scheibe. Die Studioaufnahmen sind cool anzusehen und die Qualität der gespielten Songs stimmt (mit „Love To Love“ spielen UFO auch einen richtigen Klassiker in einer tollen Version mit Streichern – genial!). Melodic Hard Rock at its best! Zudem ist auch der Bonus-Part wahrhaft umfangreich ausgefallen. Fazit? „Showtime“ ist ein legitimer Nachfolger des legendären „Strangers In The Night“. Wer melodischen und traditionellen Hard Rock mag, wird an dieser Scheibe jedenfalls nicht vorbeikommen. Wertung 10/10.