Während spanischer Rock, Pop, Dance und Folk auch längst bei uns zum geschätzten Musikgut gehört, hat es der HipHop von der iberischen Halbinsel nach wie vor schwer im Ausland Fuß zu fassen. Die Gründe liegen auch sicherlich darin, dass der HipHop dort immer noch stark im Oldschool verwurzelt ist und damit auf harte Sounds baut, dazu klingen auch die spanischen Raps eher scharf; ähnlich sieht es auch in anderen südeuropäischen Ländern aus. Tote King gehört dabei eher zu den neueren Erscheinungen der Szene, 2002 machte er zusammen mit seinem Bruder Shotta und dem Album „Tu Madre es una Foca“ auf sich aufmerksam. Jetzt macht er es auf 14 Tracks solo, sperrige Sounds, schnelles Tempo, angespannte Atmosphäre und sozialkritische Texte, „Musica Para Enfermos“ ist keinesfalls ein bequemes Album. Wer kein Spanisch versteht sollte hier wohl die Finger von lassen, denn es gibt keine Hits, tanzbaren Rhythmen oder eingängige Refrains. Gleichzeitig werden die dunklen Sounds und hart abgemischten nicht jedermanns Sache sein, viel Abwechslung dabei bieten auch die Samples nicht, der Fokus liegt auf den Raps. Deshalb sollte man schon ganz genau wissen was man will, bevor man sich auf dieses Album einlässt. Wertung 6/10.