So langsam oder sicher ist der Ruhrpott von der Bildfläche verschwunden, nur noch vereinzelt machten sich Rapper einen Namen. Wo waren sie alle hin, RAG, Creutzfeld & Jakob, ABS oder die Labels Put da needle und Deck8? Too Strong gehörten bei ihrem letzten Album „Royal TS“ noch zur Rapelite, hatten einen Major-Vertrag mit Virgin Records. Doch dann war Schluss. Fünf Jahre ist das her. Die Dortmunder gehörten vielleicht nicht zu den bekanntesten HipHop-Gruppen, aber sie hatten und haben die echten Fans, die ihnen immer noch bedingungslos die Treue halten. Auch nur so ist dieses Comeback mit „Dreamachine“ möglich, die Konzerte waren schon ausverkauft, ehe eine neue Singe am Markt war. Musikalisch und inhaltlich hat sich bei Doze, dem Langen und Funky Chris wenig geändert, dunkler Rap aus dem Pott, schwere, elektrisierend-funky Beats bestimmen das Geschehen. Too Strong hatten lange Zeit Ideen und Gedanken zu sammeln und so ist das Album auch prall gefüllt mit 20 Tracks. Es gibt mit Sicherheit keine Überraschungen auf „Dreamachine“, keine unerwarteten Features, aber es gibt das, was Too Strong Fans seit 1989 schätzen, ehrlichen, puren Rap. Darin konnte sich zu Zeiten von „Rabenschwarze Nacht“ und „Die Drei Vonne Funkstelle“ niemand mit ihnen messen, und das ist auch heute nicht anders. Wertung 9/10.