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The Servant
Edel VÖ: 19.09.2005

Ungewöhnlicherweise hat die aus London stammende Band „The Servant“ ihre überzeugte Zuhörerschaft zunächst einmal auf dem italienischen und französischen Musikmarkt gefunden, bevor sie sich nun, u. a. durch ihre bald erscheinende Single „Cells“, die im Trailer des auch schon in Deutschland angelaufenen US-Kino-Hits „Sin City“ zu hören ist, ihre Gemeinde auf dem hiesigen Musikmarkt zu erschließen scheint. Ihre Musik lässt sich einordnen in die Tradition von Jane’s Addic-tion, David Bowie, Lou Reed und Velvet Underground und wird beschrieben als basierend auf dem Punk der 80er (dieser Begriff ist leicht irreführend; gemeint ist wohl eher New Wave; Anm. d. Verf.), Funk- und Elektroelementen gemischt mit Hip Hop und Dance-Einflüssen. Ihre Texte werden verglichen mit denjenigen von Bands wie den Smiths, Stone Roses und Pulp. Die leicht nasal klingende, eher hohe Stimme des Sängers Dan Black unterstreicht durch ihr Timbre den Hang zu leicht psychodelischen Melodien. Doch man irrt, zu glauben, sich – akustisch betrachtet – einfach einer Hintergrundmusik à la Easy listening hingeben zu können, dafür ist die Musik zu abwechslungsreich, was durch den ständig sich ändernden Einsatz von elektronischen Nebenklängen bewirkt wird. Zweifelsohne ist den vier Musikern (Dan Black (v/g), Matt Fischer (b), Trevor Sharp (d) und Chris Burrows (g)) die Kreation eines eigenen Sounds gelungen. Die erste Single-Auskopplung „Orchestra“ z. B. erinnert zwar zunächst an Alphaville’s „Big in Japan“, wird aber plötzlich durch den harten Beat der einsetzenden Drums unterbrochen und erhält durch diesen Aspekt einen völlig anderen Charak-ter. Nicht zuletzt sind solche überraschenden cuts wohl auch der Grund dafür, weshalb man ihrer Musik das Attribut eines schizoiden Mix unterstellt. Die zweite Single „Liquify“ klingt ein wenig süß-lich in Richtung Kinderlied, umgarnt von einem Spinett-artigen Synthie-Klang. Hat irgendwas von „The cure“. Das sanfte, fast in Trance versetzende „Body“ und das vordergründig überwiegend von einer akustischen Gitarre begleitete „Get down“ heben sich deutlich vom Rest der CD ab und belegen die Vielseitigkeit der Band. Wertung 7/10.

Autor:
Frank Findeiß

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