Es war schon klar, dass ein Mars Volta Live-Album keine leichte Kost werden würde, aber gerade mit dem Einstieg „Abrasions Mount The Timpani“ wird es erstmal richtig schwer. Zusammengetragen hat die Band Stücke von der 2005er Tour zu „Frances The Mute“ und der 2003er Tour zu „De-Loused In The Comatorium“. Gemixt und produziert hat all das Omar Alfredo Rodriguez-Lopez selbst, der die 73 Minuten auf 12 Tracks verteilt hat, die jedoch nicht für ebenso viele Songs stehen. Und so muss man sie auf einen bei den ersten Hördurchgängen recht verwirrenden Trip einstellen, der mit dem „Frances The Mute“ recht wenig zu tun hat. „Scab Dates“ lässt sich seine Freiheiten, setzt sowohl auf intensives Gitarrenspiel wie auch auf die reine Bewegungslosigkeit, das langsame Ausbreiten von Geräuschkollagen. Man kann durchaus anmerken, dass dies untypisch für ein Livealbum ist, andererseits freut man sich darüber, hier mal nicht den üblichen „Weihnachtsaufguss“ vorgesetzt zu bekommen, sondern ein Album, das seine eigene Linie verfolgt. Mars Volta Fans dürften sich daher durchaus freuen, hier ein eigenständiges Werk zu bekommen, das zwar anstrengender als „Frances The Mute“ zu hören ist, dafür aber eben auch wirklich Neues bietet, The Mars Volta ungebändigt und ungefiltert. Wertung 8/10.