Es kommt immer viel Musik von der britischen Insel zu uns herüber, in letzter Zeit vor allem pathetischer Indie-Pop. Fast vergisst man den rohen Sound England, den der dreckigen Vorstädte, den wo dreckiger Punk auf Dub und Reggae trifft. Vertreter dieser Schicht sind The Dead 60s aus Liverpool, die sicher auch auf der Retro-Welle schwimmen und daher gerade jetzt zu uns rübergeschickt werden. Sowieso steht das Quartett eher in der Tradition des englischen Rocks, in der Tradition von The Clash, die Reggae-Rhythmen dominieren nie und sind eher untergeordnet in den Sound eingearbeitet, kurzum das Album lässt es gerne krachen, wenn auch nicht durchgängig. Packend, rotzig, kritisch, The Dead 60s haben alle Eigenschaften, die gute britische Bands auszeichnen. Dazu haben sie ein musikalisches Gewand geschaffen, das eine halbe Stunde spannend bleibt. Länger ist das Album nicht, aber länger muss es auch nicht sein, um seinen Eindruck zu hinterlassen. Wer es länger mag greift zur Doppel-CD Version und bekommt nochmal eine halbe Stunde Dub oben drauf, diesmal nahezu reinrassigen. Wertung 7/10.