Den Titel des dritten Albums des Berliner Team Avantgarde sollte man wörtlich nehmen, für den durchschnittlichen HipHop Hörer könnte es tatsächlich zur reinen Nervensache werden. Die Beats dümpeln ungefiltert und roh aus den Boxen, Melancholie und Dunkelheit schweben über die Szenerie. Die Raps kommen verflochten und leise, die Inhalte stehen über Wortspielen. Das Tempo wechselt zwischen bedächtig schleppend und hektisch, und überhaupt wird das Album von vielen Breaks durchzogen. Die Stimmung jedoch hält sich, ob blecherne Beats und plätschernd-düstere Samples, Roughness und verschlungene Raps, Avantgarde klingt das Album an jeder Stelle. „Trink nicht so viel“, „Money – Jungle“, „Koks – Visionen“ oder „Psychosomatik“ sind beste Beispiele für den Stil des Team Avantgarde, der aus tiefsinnigen Wortbildern besteht. Wer jedoch genau hinhören möchte wird sich teilweise schwer tun, da die Stimmen ebenso lo-fi wie die Beats klingen und sich auch niemand die Mühe macht besonders deutlich zu rappen. Als Feature schaut neben Wakka und Meyah Don u.a. Justus Jonas vorbei, Battle gibt's aber bis auf einen Ausnahme auf den 22 Tracks nicht. Alles in allem ein sehr interessantes Album, zwar haben sich auch einige schwächere Nummern eingeschlichen, letztendlich zählt hier aber die Sache. Wertung 7/10.