Als der 45-jährige Hamburger Stefan Gwildis 2003 „Neues Spiel“ herausbrachte, war das etwas völlig Neues. Sein Konzept, alte Soulklassiker auf „deutsch“ zu performen ging auf und machte ihn in der ganzen Republik beliebt, das Album hielt sich 13 Wochen in den Charts. Ob es dem Musiker, Sänger, Komponisten und Texter allerdings gut getan hat im vergangenen Herbst von Dieter Thomas Heck mit der „goldenen Stimmgabel“ ausgezeichnet zu werden ist nicht ganz klar, sein neues Album „Nur wegen Dir“ kann die hohen Erwartungen jedenfalls nicht ganz erfüllen. Den Adaptionen fehlt es teilweise an Esprit, so „Bleib so wie du bist“ („Love the one you're with“), das musikalisch und textlich recht steif wirkt. Besser gelungen sind da der Opener „Das kann doch nicht dein Ernst sein“ (im Original Marvin Gaye „I heard it through the grapevine“) oder Van Morrisons „Brown Eyed Girl“, das bei Gwildis wie das Album auch „Nur wegen Dir“ heißt. Auch vier Eigenkompositionen sind zusammengekommen, überzeugen können vor allem „Wunderschönes Grau“ und „Grosse Freiheit“. „Nur wegen Dir“ ist ein schönes, reifes Album geworden, bei dem zwar nicht alle 14 Songs ganz rund laufen, die Inszenierung insgesamt aber stimmig ist. Und deutscher Soul ist nicht nur durch Stefan Gwildis und Max Mutzke wieder auf dem Vormarsch. Wertung 7/10.