Ein bisschen habe ich mich schon gewundert, als man mir ein neues Sinead O'Connor Album zur Rezension vorlegte, und dazu noch ein Release des Dance-Labels Ministry of Sound. Denn für Reggae interessiere ich mich, für eine umtriebige Irin, die mit Leuten wie U2, Peter Gabriel oder Moby zusammengearbeitet hat, eher weniger. Doch ganz so weit weg ist Sinead O'Connor dann doch wieder nicht vom Reggae, hin und wieder fand man jamaikanische Einflüsse in ihren Produktionen wieder. Jetzt ging die fast 40-Jährige ganz nach Jamaika und ließ ihr neues Album von Sly Dunbar und Robbie Shakespeare produzieren. Interessant dabei, Sinead O'Connor schrieb die Songs nicht selber, nein sie nahm sich einfach alte Klassiker vor und machte aus „Throw Down Your Arms“ sozusagen ein Tribute-Album. Das Ergebnis ist gewöhnungsbedürftig weil man selten ein monotoneres Album, bedingt durch Sinead's Gesang, gehört haben dürfte, irgendwie erinnert das Ganze an eine Mischung aus Gospel und Reggae, sehr spirituell eben. Die Interpretationen von „He Prayed“, „Curly Locks“ oder „Downpressor Man“ haben durchaus etwas, wenn auch in erster Linie die Hippie-Generation hier ihr Heil finden wird. Wer ein reifes und ausgeglichenes Album mit einem Mix aus Irland, Spiritualität und Reggae sucht, wird bei „Throw Down Your Arms“ fündig. Sollte sich Sinead O'Connor bei ihrem nächsten Werk aber wieder auf ihre anderen Einflüsse berufen, ist darüber auch niemand traurig. Wertung 7/10.