Die Konkurrenz ist hart, Norah Jones, Joss Stone, Katie Melula, Sophie Zelmani, die Liste könnte fast endlos so weitergehen, und jetzt auch noch San Glaser. Zur Vorgeschichte der Niederländerin gibt es nicht viel zu sagen, bei der Jazzkantine sang sie schon, aber das ist keine rühmliche Auszeichnung. Nun gibt es ihr erstes Album, in Hamburg und Berlin aufgenommen. „Never In Vain“ ist ein sehr spätes Album, San Glaser ist 37, und das wo die Konkurrenz schon mit 17 durchstartet. 12 Songs findet man hier, erwachsen, sinnlich und warm. Musikalisch ist ein Potpourri aus Jazz, Pop, Easy Listening und Soul entstanden, das hat seine guten, aber auch seine schlechten Seiten. Punkt 1, es ist abwechslungsreich, Punkt 2, es ist beliebig. Echte Jazzer werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, dafür aber die, die schöne Melodien suchen. Im Prinzip gibt es da nichts zu kritisieren, das Album ist wundervoll in Szene gesetzt, die Songs schmeicheln sich ein und San Glaser singt begnadet mit ihrer Stimme, die einen eigenen Klang hat. Trotzdem oder gerade deshalb plätschert „Never In Vain“ zu machtlos vor sich hin, Akzente werden nicht gesetzt, stattdessen wird zaghaft unterhalten. Für einige kalte Wintertage bringt San Glaser Wärme ins Haus, aber ob dieses Feuer bis zum Frühjahr durchhält ist zweifelhaft. Wertung 6/10.