SAND.IG, das sind ein komischer Bandname und die vier Wahl-Berliner Stephan Brüning, Sebastian Graue, Maik Bzdziuch und Robert Goldbach. Diese legen hier ihr Debütalbum „Waren des täglichen Bedarfs“ auf dem Label mit dem schrecklichen Namen „Sing Deutsch“ vor. Daran hält sich die Band auch, auf den 14 Liedern des Albums paaren sich poetisch-abstrakte Texte voller Weltschmerz, Wahnsinn und Gesellschaftskritik mit Musik die als Einflüsse und Referenzen, musikalisch abwechslungsreich, auf Shellac, Sonic Youth, Radiohead, dEUS und Trans Am verweist. So viel versprechend das nun klingt, will das ganze allerdings nicht recht rüberkommen. Den Sound der Band könnte man am ehesten mit modernem Alternativrock, der recht oft in die Artrock Ecke abdriftet, beschreiben, an oben genannte Referenzen reicht er aber nie. Man gewinnt eher das Gefühl, das die Band ihre Identität noch nicht gefunden hat und vielleicht am ehesten mit einem Chamäleon zu vergleichen ist; ein Song hört sich komplett anders als der nächste an, gute Indierocksongs wechseln sich mit avantgardistischen und obskuren Artrocksongs ab. Die Texte klingen teilweise pathetisch, überladen und manchmal sogar etwas peinlich („Kinder der Erde, da ist doch was im Busch“). SAND.IG produzieren hier ein sehr verwirrendes und schwer einzuordnendes Album, was per se ja nicht schlecht ist, aber leider nicht ganz funktioniert. Wertung 5/10.