Es ist ja nicht so, dass der Titel „Rosenrot“ ein untypischer für Rammstein wäre, und doch gibt er die Richtung für das neue Album vor, ein untypisches Rammstein Album. „Rosenrot“ ist ein Album voller Poesie, durch und durch geschwängert mit Schwermut, angelehnt an den Gebrüdern Grimm und Goethe. Es fehlt Till Lindemann und seinen Mannen zwar nicht an harten Gitarren, doch sind diese mehr zu einem Klangteppich verschmolzen, als dass die Brachialität ungefiltert zum Ausdruck käme. Selbst für Gothic angehauchte Balladen ist mit „Stirb nicht vor mir“ Platz, übrigens singt hier Sharleen Spiteri von Texas mit. Trotzdem ist „Rosenrot“ keine Kehrtwende, sondern eine konsequente Fortsetzung des alten Weges. Es ist ein Album, das vom Eintauchen in eine märchenhafte Welt lebt, eine kalte Welt die auf einigen Songs in Flammen aufgeht. Auch wenn die Linie von „Rosenrot“ auf den ersten Blick klar scheint, ist es nicht einfach dieses Album in der Diskographie von Rammstein einzuordnen. Dieses Werk mit seinen 11 Songs wird wohl nie an erste Stelle genannt werden, es ist aber auch ein Werk, das man nicht missen möchte, weil es einfach eine Bereicherung darstellt, eine neue Sinnlichkeit in der Welt von Rammstein. Wertung 8/10.