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Quit your dayjob – Sweden We Got A Problem
Bad Taste / Soulfood VÖ: 29.08.2005

Ganz in der Tradition der Punk-Attitude stehend, dass man dem spießbürgerlichen Leben entfliehen möchte, macht diese Band „Quit your dayjob“ ihr Lebensmotto zum Programm. Bezeichnenderweise besteht sie auch aus drei Mitgliedern – wie jede berühmte Punk-Band – die allesamt aus Schweden stammen. Die Nähe zu Ihrem Land wird auch anhand des neuen Titels der seit 2002 regelmäßig Alben produzierenden Gruppe deutlich: „Sweden we got a problem“ lässt erkennen, dass man sich hier wohl auf extraterrestrischem Gebiet befindet und die drei „Astronauten“ an dem Erfolg ihrer Mission zu zweifeln scheinen. Nicht nur der Name ihres Labels „Bad taste records“ scheint diese Zweifel zu bestätigen. Es ist bekannt, dass Punk-Songs nicht allzu strukturiert und von daher in der Regel nach drei Minuten vorbei sind, aber „Quit your dayjob“ können dies unterbieten: hier wird nicht einmal die zwei-Minuten-Grenze erreicht, so dass die 18 Tracks beinhaltende CD knapp eine halbe Stunde dauert. Dabei strömt ein gleichmäßiger, nahezu monotoner Sound auf den Zuhörer ein, der durch abwechselnd hysterisches Schreien und einem eigenwilligen Sprechgesang des Sängers begleitet wird. Lediglich der treibende und doch variierende Rhythmus, der wohl nicht von einem Drum-Computer zu kommen scheint und seinen Höhepunkt im Paradiddle von „Erase my Face“ findet, stellt den Bodenkontakt zum „ground control“ wieder her. Als scheinbares Gimmick bekommt man mit Track 12 und 18 ein wenige Sekunden dauerndes, Mark durchdringendes und undefinierbares Gequietsche serviert, so dass man die uralte Weisheit wieder gefunden zu haben glaubt: „Dada lebt!“. In eingefleischten Künstler-Kreisen wird der hier vorgetragene Kunstgenuss in das Gebiet zwischen Sythie-Wave-Pop und Electro-Punk-Surf eingeordnet und zumindest dies kann man der Band zugute halten, dass ihr ein gewagtes Experiment gelungen ist, völlig abwegige Stile miteinander zu kombinieren und trotzdem das Punkige als bestimmendes Element durchscheinen zu lassen. Die Musik ist sicherlich außergewöhnlich aber auch gewöhnungsbedürftig, weshalb eine Beurteilung schwierig ist, da sich hier die Geister eindeutig scheiden. Wertung 6/10.

Autor:
Frank Findeiß

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