Propagandhi aus dem kanadischen Winnipeg sind längst eine feste Größe was politischen Punk angeht, immerhin seit 1986 aktiv und 1993 erstmals bei Fat Wreck in Erscheinung getreten. Auf das vierte Album „Potemkin City Limits“, das schon mit dem Titel zum Denken anregt, musste man allerdings vier Jahre warten, vier Jahre in denen 12 Songs gereift sind. Das Musikalische ist bei Propagandhi zwar keinesfalls belanglos, aber doch nur Teil eines Gesamtbildes, das sehr stark durch die eindringlichen Vocals von Sänger Glen, Kopf des Trios, geprägt wird. Sich selbst sehen Propagandhi sich zwischen dem politischen Hardcore der 80er und frühen Speed-Metal, wobei von Metal weniger zu hören sind. Der Infotext zum Album spricht davon, dass das Werk nicht wirklich bahnbrechend oder provokant ist, jedoch 41 Minuten lang. Irgendwie trifft diese Aussage voll ins Schwarze, denn Propagandhi müssen nicht viel Aufsehen um ihre Attitüde machen, das Album spricht für sich selbst, es ist unspektakulär, mal laut, mal leise, aber es ist nie bedeutungslos. Songs mit Energie, Songs die Kraft geben, Songs die zwar hart sind, aber Wärme spenden. Zu dem Album gibt es ein umfangreiches, schön illustriertes Booklet (natürlich auf recyceltem Papier gedruckt). Das Warten hat sich gelohnt. Wertung 9/10.