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Olli Schulz & der Hund Marie – Das beige Album
Grand Hotel Van Cleef VÖ 27.06.2005

Olli Schulz dürfte manchen ja schon durch seine unzähligen Live Auftritte unter anderem mit den Weakerthans bekannt sein. Wer schon mal in den Genuss gekommen ist, Olli Schulz live gesehen zu haben, hat ihn wahrscheinlich schon längst ins Herz geschlossen, denn auf der Bühne besticht er durch seinen einzigartigen Humor und die Fähigkeit Menschen schnell in seinen Bann ziehen zu können. Irgendwer sprach mal vom „Harald Schmidt des Indierocks“ – und hat wahrscheinlich gar nicht mal Unrecht. Auf „Das beige Album“ schlägt er aber andere Töne an: melancholischer und nachdenklicher ist das Album, kein Funpunk sondern eher ernste, leicht folkig angehauchte Gitarrenmusik, die mal ruhiger und mal rockiger daherkommt. Die dreizehn Songs sind immer mit diesem, teilweise sehr subtilen, typisch trocken-sympathischen Hamburger Humor versehen. Musikalisch erinnert Olli Schulz öfters an seine Labelkollegen von Tomte. Lyrisch wird hier ganz großes geboten, Olli Schulz ist ein Geschichtenerzähler par excellence. In seine Texte packt er, mit dieser minimalistischen Großstadtpoesie, seine ganze Lebenserfahrung und erinnert uns an diese kleinen einprägsamen Momenten und Erfahrungen, die wir spüren aber nicht in Worte fassen können. In manchen Texten findet man sich so sehr wieder, dass es fast schon unheimlich wirkt: „Nimm die Finger von dem Mädchen, verlass endlich die Bar, draußen scheint die Sonne, die Nacht ist nicht mehr da, du hast so viel geredet, fühlst dich etwas falsch, das einzige was bleibt, läuft dir bitter durch den Hals, und dann schlägt dein Herz“. Diese Geschichten treffen auf „Das beige Album“ auf Pop mit (seinerseits) großen Momenten. Man muss es sagen: der Mann und sein Hund sind einfach ein Unikat. Leider muss man dazu sagen, dass die Promo-Cd einmal mehr nach der Hälfte der Songs anfängt, die Lieder auszublenden, was das Beurteilen etwas schwerer macht. Das muss doch nicht sein. Doofe Labelpolitik. Deshalb, diesmal die Wertung ganz ohne Gewähr: 7/10.

Autor:
Daniel Holder

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