Olli Banjo war bislang immer einer dieser Mittelklasse-MC's, nicht richtig zuordenbar und mit seinem kranken Humor nicht jedermanns Sache. Aber der Kölner hat sich im Gegensatz zu anderen Kollegen beständig gehalten – und ist gereift. Mit „Schizogenie“ ist er jetzt da angekommen, wo man ihn sehen will. Sein Wortwitz ist genial, sein Flow perfekt, die Beats eine einzige Symbiose mit seinen Raps. Zusammen mit seinem Produzenten Roe Beardie von Headrush ist das gelungen, was nur selten gelingt, eine Produktion die wirklich in allen Details auf den Rapper abgestimmt ist. Und so erwartet einen auf 23 Tracks ein absoluter Hochgenuss, vorausgesetzt man steht auf derbe-satirische Raps, die man sonst in dieser Dynamik nirgendswo hört, auch nicht in Berlin. Gleiches gilt auch für die Beats, selten hat man so viel Power gehört. Banjo ist auf seinem Solo-Weg unterwegs, das macht das Album von A-Z deutlich und so gibt es auch Rocksongs wie „Wie ein Schuß“. Die richtigen Hits fehlen auf „Schizogenie“ zwar, aber die braucht es auch nicht, denn das Album ist als solches überragend genug. Jonesmann und Xavier Naidoo, das reicht auch an Features. In jeder Hinsicht setzt Olli Banjo mit „Schizogenie“ Maßstäbe. Wertung 9/10.