Alle Jahre wieder schießen zu Weihnachten die Christmas-Alben diverser Musikkünstler aus dem Boden. Meistens handelt es sich dann um popmusikalisch aufgepeppte Adventsklassiker. In krassem Gegensatz zu solch marktkompatibel ausgerichteten, ja geradezu auch mittlerweile auf Chart-Hits abzielende Tonträger liegt mit „An irish Christmas“ ein eher klassisches Werk vor, welches dank der einfühlsamen, oftmals nur hauchenden Stimme von Moya Brennan die heimliche Atmosphäre der Vorweihnachtszeit akustisch eindrucksvoll erzeugt. Moya Brennan mag für den ein oder anderen ein unbeschriebenes Blatt sein, dabei reicht ihre Karriere in die 70er zurück, wobei sie in erster Linie mit der irischen Band Clannad Erfolge hatte, die weit über die Grenzen Irlands hinausreichen. Im Rahmen ihrer Künstlertätigkeit arbeitete sie schon mit Musikern wie Bono (U2), Paul Young, Bruce Hornsby und Robert Plant zusammen. Auf ihrem Christmas-Album zeigt sich einmal mehr der auch bei Clannad so typische irische Sound mit Harfe, Geige, Glockenspiel. Schon fast meditativ, zumindest aber sehr entspannend trägt das nachdenklich wirkende Album zu einer gelungenen Ablenkung vom alltäglichen Straßenkampf beim Geschenke-Kauf im Weihnachtsgetümmel der Großstadt bei. Selbstverständlich wird in erster Linie angelsächsischen Weihnachtsliedern Rechnung getragen. Nicht zuletzt handelt es sich bei den Locations der in der ersten Hälfte sich ausschließlich durch deutsche Städte ziehenden Christmas-Tour dann auch um Kirchen. Wertung 8/10.