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Moneybrother – To die Alone
Burning Heart VÖ: 07.03.2005

Im hohen Norden, im Ikealand Schweden, gibt es viele Menschen, die gern Musik machen. So erinnert man sich mehr oder weniger gern an die schwedischen Exportschlager Abba, Roxette, oder aber auch an die Hives. Seit dem Frühjahr 2004 ist die Welt um ein musikalisches Spitzenprodukt reicher. Da erschien unter dem Pseudonym Moneybrother das Debütalbum „Blood Panic“ des Schweden Anders Wendin, und hat für einigen Aufruhr gesorgt. Souliger Pop, voluminöse Streichersätze dazu die bisweilen schnoddrige, aber immer herzzerreißende Stimme von Moneybrother und die frischen Texte ließen aufhorchen, und machten den Künstler weit über Alternativkreise hinaus bekannt. Als auch noch die beiden prominenten Fernsehdamen Sarah Kuttner und Charlotte Roche sich zu ihrer Moneybrotherliebe bekannten, war sein Siegeszug, gerade in Deutschland, nicht mehr aufzuhalten. Dem „Blood Panic“ Album folgte eine europaweite Clubtour. Und dann, im November 2004, machte sich Moneybrother an die mit Spannung erwartete 2. Platte. „To Die Alone“ heißt der soeben erschienene Zweitling. Wie schon beim Debütalbum hat man das Gefühl, Herr Wendin erzähle ein Geschichte, die einer vergangenen Liebe. So geht es auch in den Texten vornehmlich um Trennung und um tiefe Traurigkeit über Verlust. Gepaart mit den Spielern klassischer Streichinstrumente, die der Schwede auch auf seiner 2. Platte wieder ausgiebig bemühte, ergibt das eine sehr berührende Mischung. Doch wer nun glaubt, es handele sich um eine triefende Herz-Schmerz- Musiksuppe, der liegt falsch. Herrn Moneybrother gelingt das seltene Kunststück richtig wirkliche Gefühle, von romantisch zart bis tief traurig, fast melancholisch, zu transportieren.

Moneybrother ist echt. Diese Authentizität kommt nicht von ungefähr. Fast alle Stücke der Platte wurden live in einem alten, zum Tonstudio umgebauten Kino eingespielt. Einige der bereits aufgenommenen Titel sind nicht auf der Platte zu finden, denn, so Moneybrother: „ Man muss alle Komponenten zusammensetzen, es braucht so viel, damit es absolut richtig klingt. Auf dieser Platte gibt es einige Momente, die sich genauso anhören, wie ich es wollte. Öfter als auf der letzten Platte.“

Wer also trotz Frühlingsgefühlen nicht nur lustig singend durch Blümchenwiesen springen möchte, sondern sich berühren lassen möchte von traurig schöner Musik, wer eine gute Platte sucht, um den nächsten Liebeskummer so richtig gut musikalisch zu untermalen, wer einfach nur auf richtig guten Alternative-Pop steht, der MUSS sich diese Scheibe besorgen. Oder, um es mit Sarah Kuttner zu sagen: „Moneybrother!, Moneybrother!, Monybrother!“. Wertung 8/10.

Autor:
Jenny Schaffrath

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