Sie kommen, kommen und kommen, deutschsprachige Bands an allen Ecken und Enden. Jetzt die Berliner Mariannenplatz, die aber gar nicht so sehr nach Berlin klingen, aber auch erst Recht nicht nach Hamburger Schule oder München. Und gerade da werden Pete, Chris, Oskar, Dietrich und Tommek ihrem Namen, dem Mariannenplatz mit langer Geschichte, nicht ganz gerecht, in ihrem Albumtitel jedoch kündigen sie dies schon an: „Keine Zeichen“. Und so tragen sie dann deutsche Prosa vor, bedeutungsschwangere Metaphern mit dem Hang zum Großen. Fakt ist es allerdings dass es bislang nur wenigen deutschen Bands gelungen ist in dieser Weise große Texte zu schaffen, bei Mariannenplatz vermisst man leider die Zeichen. Da ist viel zum Träumen dabei, „Weisses Boot“ zum Beispiel, aber es wird auch mal gerockt „Irgendwas“. Fehlen darf natürlich auch ihr kleiner Berlin-Hit „Nicht wichtig“ nicht. Darüber hinaus bleiben die 10 Songs leider recht blass, musikalisch gibt es Indie-Standard-Klänge, weshalb stets der Biss fehlt. Gelegentlich schaffen es Mariannenplatz mitreißende Melodien aus dem Ärmel zu schütteln, „Zeit steht still“, aber das alleine reicht eben nicht um mit einem Album zu überzeugen. Wertung 5/10.