Wenn es so etwas wie europäischen HipHop gibt dann verkörpern Looptroop ihn, und das mit dem neuen Album „Fort Europa“ in Perfektion. Trotzdem sind die schwedischen Wurzeln drei Jahre nach dem Überraschungserfolg „The Struggle Continues“ nicht verschwunden, Looptroop zwischen Roots, Lokalität und Transnationalität. Die Produktion kommt natürlich wieder von Embee, der mittlerweile für sein Solowerk „Tellings from Solitaria“ mit dem schwedischen Grammy ausgezeichnet wurde. Insgesamt sind die Beats und die Grundatmosphäre einen Tick härter und aggressiver ausgefallen, die Raps sind straighter. Trotzdem gibt es natürlich immer noch die bekannt jazzigen Vibes. Dabei bleiben Looptroop auch immer politisch, am offensichtlichsten bei „Hurricane George“. Promoe, Cosmic, Supreme und Embee sind nicht dafür bekannt dass sie die großen Hits produzieren, das ist auch auf den 16 Tracks „Fort Europa“ so, dafür jedoch ist es ein ausgeglichenes Album, reif und durchdacht, passgenau zusammengefügt. Kein Song der nicht interessant wäre, kein Song der keinen eigenen Sound und keine Aussage hätte. Daher haben wir es hier auch mit keinem Album zu tun, das man mal so eben durchhört, kein Rap-Fastfood, diesen Sommer lang wird einen „Fort Europa“ auf jeden Fall begleiten. Erwähnenswert ist wie immer natürlich auch das tolle Artwork, schon alleine deshalb kommt man an diesem Album nicht vorbei. Nur wer Sensationen und Hypes sucht ist hier falsch am Platz. Wertung 9/10.