Mit einer Reunion von Life of Agony konnte man nicht wirklich mehr rechnen, zu vertieft schien alleine Keith Caputo in seine Solopfade. Das Debüt von 1993 „River Runs Red“ ist ein Klassiker, aber auch die neueren Alben „Ugly“ und „Soul Searching Sun“ sind nicht vergessen. Aber Life of Agony sind nicht mehr die Gleichen, das zeigt das neue Werk „Broken Valley“ deutlich. Der Opener „Love To Let You Down“ erinnert noch an alten Zeiten, kraftvolle Gitarren, ergreifende Melodien, Härte, Emotionen. Danach wird „Broken Valley“ zum reifen und durchdachten Rockalbum, das weniger auf Effekthascherei als auf gutes Songwriting setzt. Auch Keith Caputo schweift stimmlich nicht mehr so sehr aus sondern fügt sich mehr in Song ein. Das ist natürlich nicht das, was die Fans von „River Runs Red“ erwartet haben, und es hat auch nichts von den Balladen von „Soul Searching Sun“ oder aus Caputos Solo-Zeit, aber es ist verdammt gut gemachte, zeitlose Rockmusik, hart und groovy. Unwahrscheinlich dass Life of Agony so an ihren alten Erfolge anknüpfen können, „Broken Valley“ ist aber ihr bislang am meisten ausgereiftes wenn auch unspektakulärstes Album, das 43 Minuten lang packt. Wertung 8/10.