Die italienischen Klimt 1918 benennen sich ganz selbstbewusst nach dem Wiener Jugendstil Künstler Gustav Klimt und seinem Todesjahr, 1918. Die Verbindung findet sich laut Promotioninfo angeblich in ihrer Musik, diese soll verschiedenste Elemente der Kunst Klimts integrieren: Flächenhaftigkeit und Mosaikartigkeit, die Verbindung aller Teile zu einem dichten Gemälde. Doch das ist noch nicht der ganze Hintergrund von „Dopoguerra“. Das Album besitzt darüber hinaus einen „psychoanalytischen“ Anspruch und soll die Genesung eines Menschen, das Ende eines inneren Konflikts abbilden, speziell die der Menschen in Italien nach dem zweiten Weltkrieg. Umgesetzt wird das ganze in zehn Songs: sphärischer, düsterer und kraftvoller Indierock mit leichtem 80er-Einschlag, mal etwas ruhiger und mal etwas treibender dargeboten. Der melancholische Gesang von Marco Soellner gefällt hier besonders. Am stärksten sind Klimt 1918 wenn die noch vorhandenen progressiven Metaleinflüsse der Vorgängerband durchschimmern, welche dem Album eine sehr individuelle Note geben. Erinnern tut „Dopoguerra“ an Bands wie U2, The Cure oder auch an Interpol. Die Verbindung zu Klimt und seinem Todesjahr bleibt zwar schleierhaft, aber auch ohne diese ist „Dopoguerra“ ein sehr schönes Album. Wertung 7/10.