Die Globalisierung ergreift auch die Klassik und Mozart wird von den Klazz Brothers, selbst auf der ganzen Welt zuhause, nach Cuba geschickt. 1999 wurde das Ensemble gegründete und konnte seit dem schon einige Erfolge aufweisen, ein Echo Klassik und die Nominierung für den Grammy 2005 waren wohl die größten, aber auch Beiträge für die Filmsoundtracks von „Collateral“ und „Hitch“ sind nicht ohne. Die drei Klazz Brothers wären natürlich nichts ohne das Duo Cuba Percussion, in Havanna lernte man sich kennen und seit diesem Tag ist das Quintett ein Erfolgsgarant. Warum jetzt Mozart? Nächstes Jahr, also 2006, ist das 250-jährige Jubiläum, da wird Mozart, in welcher Form auch immer, wieder gefragt sein. Bei den Klazz Brothers & der Cuba Percussion wird der wohl bekannteste Komponist der Wiener Klassik mit Afro, Bolero, Calypso, Cha Cha, Latin Jazz und u.a. Son gemischt, der Ergebnis klingt gar nicht so gewöhnungsbedürftig wie man erwarten könnte. Das mag auch daran liegen, dass man sich den Werken, die u.a. Don Giovanni, Die Zauberflöte und Eine Kleine Nachtmusik entnommen sind, dezent nähert, mit Geduld lässt man die verschiedenen Stile sich langsam vermischen. Erwarten sollte man natürlich auch nicht, hier mit einem typisch cubanischen Album konfrontiert zu werden, „Mozart Meets Cuba“ ist keine U-Musik sondern E-Musik, auch wenn diese Begriffe längst keine Gültigkeit mehr haben. In Versuchung geführt das Tanzbein (im cubanischen Stil und nicht zum Walzer) zu schwingen wird man nur ganz selten, bei „Tercero De La Noche“ aus der kleinen Nachtmusik ein bisschen und ein bisschen mehr wenn Lou Bega („Mambo No. 5“) auf „Son De Mozart“ zum Gesang ansetzt. Der gewagte Schluss mag über das gesamte Album hinwegtäuschen, den hier wird eine Stunde lang durchaus klassisch unterhalten. Wertung 8/10.