Warum TripHop immer aus England, Skandinavien oder Berlin kommen soll hat bislang noch niemand so richtig erklärt und so kommen jetzt Khoiba so einfach daher und zeigen uns dass es auch in Tschechien wundervolle Band geben kann. Die Band aus Prag bedient sich einerseits bei elektronischen Klangstrukturen aka Portishead und Massive Attack, andererseits bei süßem Indie-Pop und kreiert so ihre eigene Welt. Im Mittelpunkt der 13 Songs des Debütalbums steht immer die Stimme von Ema Brabcová, die den Charakter des Ganzen prägt. Stilistisch wandelt das Werk zwischen Reduziertheit auf dem Opener „Pure Hands“, tiefer Melancholie „Terribly“, ausschweifender Klangmasse „Half In“ und Laszivität „Make No Silence“. Bei einigen Nummern dreht das Tempo auch ein bisschen auf und die Stimmung wird fast frühlingshaft wie auf „That Reason“. Zu verspielt sind die Songs nie, die elektronischen Soundelemente halten sich im Rahmen und der Song wird klassisch straight durchgezogen. Vielleicht hätten Khoiba aber gerade hier noch mehr wagen können, denn oft sind es diese Kleinigkeiten die über die Klasse eines Albums entscheiden. Mit „Nice Traps“ ist den Pragern ein guter Einstand gelungen, überragend sind sie noch nicht, aber faszinierend. Wertung 8/10.