Vor zwei Jahren erschien das Debütalbum „House of Mud” des Alternative-Country Sängers mit dem seltsamen Namen „Kelly Pardekooper” in Deutschland. Seither ist einiges geschehen im Leben des Songwriters, trennte er sich doch in dieser Zeit von seiner Frau, verkaufte sein Haus und schaffte es zwischendurch noch in diesen Tagen ein neues Album zu veröffentlichen. Diese Veränderungen sind es dann auch die er auf „Haymaker Heart“ verarbeitet; inhaltlich handeln die meisten seiner Songs auf diesem Album dementsprechend von Abschieden, zerbrochenen Beziehungen und Neuanfängen. Gleichzeitig verlässt Pardekooper mit „Haymaker Heart“ die Alternative-Country Ecke, das Album klingt massenkompatibler als sein vorheriges, trotzdem aber nicht anbiedernd. Seine Songs wirken manchmal bitter-melancholisch, folkig-zurückhaltend, können aber auch zynisch-aggressiv klingen. Lyrisch ist Pardekooper mit seiner teilweise minimalistisch anmutenden Poesie über jeden Zweifel erhaben; „maybe it´s just bad timing-we´ll write it off to twist of fate/but once she´s in your mind, man, it´s too late“ (Draw the Line). Die konventionell anmutende Country/Folk Musik steht Pardekooper allerdings gar nicht mal schlecht zu Gesicht, doch lassen gerade die etwas kantigeren, ungeschliffeneren Songs sein wahres Potenzial als Songwriter erahnen. Zwei, drei Lückenfüller stören leider den insgesamt recht positiven Gesamteindruck des Albums. Nichtsdestotrotz für Folk/Country/Americana Freunde uneingeschränkt zu empfehlen. Wertung 7/10.