Die Kapelle kommt hier nicht von ungefähr sondern von Niedersachsen Kapellmeister Achim Sauer, der seit 1996 Schlagzeug, Klavier, Orgel und sonstige Rhythmusgeräusche um sich schart. Aufgenommen wurden die aktuellen 12 Tracks zwischen 1997 und 2004 und jetzt zum ersten Mal auf CD gepresst, musikalisch ein Trip zwischen Independent und Avantgarde. Das kann man ein bisschen mit den verblichenen Selig vergleichen – aber nur in wenigen Momenten. Trotzdem gelingt es zumindest mir nicht den Texten viel abzugewinnen, die mal gesungen, mal als Spoken Word vorgetragen werden und einen Touch von Gothic haben. Anders sieht es mit der Komposition aus, die abwechslungsreich und spannend gestaltet ist, und zwischen eingängigen Songstrukturen und komplexen Gebilden hin und her wechselt. Was dem Album fehlt ist die Linie und die Entwicklung, die nicht wirklich von Song zu Song zu erkennen ist. „Materie:“ bietet eine Ansammlung gut gemachter Tonstücke, die sich aber nur schwer als Ganzes erschließen. Wertung 5/10.