Mit Jazz kann man ja heutzutage nur noch schwer im Mainstream mitschwimmen und in Deutschland gibt es nur einen einzigen Namen, Till Brönner, der als Popstar des Jazz Erfolge feiert. Anders sieht das natürlich wieder in England aus, wo Jamie Cullum spätestens mit seinem zweiten Album „Catching Tales“ die Grenzen zwischen Jazz und Pop aufgeweicht hat. Vor allem der Opener „Get Your Way“ hat nur wenig mit klassischem Jazz gemein und gleicht mehr einem geschickt arrangierten Pop-Track. Aufgenommen hat der junge Brite das Album in London und Los Angeles, geschrieben hat er es mit Stewart Levine (Simply Red), Dan The Automator (Gorillaz), Guy Chambers (Texas, Kylie Minogue) und Salaam Remi (Fugees, Nas, Beenie Man), dem Songwriter Ed Harcourt und seinem Bruder Ben. Jamie Cullum hat sich innerhalb kürzester Zeit zum international geachteten Musiker mit Starallüren hochgearbeitet, nicht umsonst featured Pharell Williams ihn auf seinem neuen Album „In My Mind“. Allerdings geht es bei Jamie auch nicht nur um Entertainment, mit „London Skies“ präsentiert er eine ruhige Ballade, andere Songs geben sich experimenteller und haben viel Jazz im Blut wie „I Only Have Eyes For You“ oder „Mind Trick“. Die Umsetzungen sind über die 14 Songs gesehen nicht immer gleich stark, aber unterm Strich bleibt ein ambitioniertes, aufregendes und anspruchsvolles Album, dass nicht nur durch die markante Stimme von Jamie Cullum geprägt wird. Das Schöne: Man merkt dass hier noch Potenzial nach oben besteht. Wertung 8/10.