Junge Songwriter haben derzeit Hochkonjunktur, allen voran Jack Johnson. Jetzt kommt James Blunt, ein unbeschriebenes Blatt, dem man bis vor kurzem noch eher eine Karriere beim Militär zugetraut hätte, als Aufklärungsoffizier in einer Panzereinheit war er im Kosovo. 2003 zog der junge Brite nach Los Angeles um sein erstes Album aufzunehmen, ein Jahr zuvor hatte er Linda Perry (u.a. Christina Aguilera, Pink) kennen gelernt, die jetzt auch einen Song produzierte. Mit „Back To Bedlam“ hat James Blunt ein eindrucksvolles Debüt vorgelegt, viel Gefühl, viel Nachdenklichkeit und doch kraftvoll und bestimmt. Die 10 Songs zeigen, dass er kein Meister großer und eingängiger Melodien ist, aber dass er es wie kaum ein anderer versteht, ins Herz zu treffen. Dazu kommt sein vielseitiger Gesangsstil, nichts klingt hier nach einem Newcomer, das Album klingt reif, durchdacht und bewegend. Ein bisschen hat das in seiner Getragenheit etwas von David Gray. Davon lässt man sich gerne hinreißen, dennoch hört man auch, dass James Blunt noch nicht in einer Liga mit Jack Johnson & Co spielt. Man darf gespannt wie viel Substanz für ein zweites Album übrig bleibt, dann kann er es auch durchaus ganz nach oben schaffen. Wertung 8/10.