Ein Bush Comeback hatte man eigentlich schon längst abgeharkt, ja fast vergessen. Nun kann man streiten, inwiefern Institute als Comeback von Gavin Rossdale gesehen werden kann. Es steckt ohne Zweifel noch viel Bush in der neuen Band, an der gesanglichen Dominanz von Rossdale hat sich nichts geändert. Aber die Band ist andererseits durchaus prominent besetzt, vom Einfluss des Rival Schools Bassisten hört man vielleicht weniger, dafür aber von dem des Helmet Gitarristen Chris Traynor. Dazu kommt die Überraschung, dass das Album von Helmet Mastermind Page Hamilton produziert wurde, und der typisch trockene Helmet Sound findet sich auch in den 13 Songs wieder. Zwei der besten Bands der 90er treffen sich also hier und so ist „Distort Yourself“ in der Tat ein Leckerbissen für alle, die den goldenen 90ern des Rocks hinterhertrauern, einer Zeit, in der noch echte Stars das Geschehen dominierten und die Namen der Bands nicht jeden Tag wechselten. Versuche diese Zeiten zu reanimieren gab es, mit Audioslave z.B., doch Institute sind wesentlich näher dran an der Faszination, die Bush mit drei Alben verbreiteten. „Distort Yourself“ ist ein ausnahmslos gutes, nein man kann sagen überragendes Werk geworden, zeitlos im Sound, aber keinesfalls beliebig. Es ist gleichzeitig ein überraschend hartes, kompromissloses Album, dass der Rolle von Gavin Rossdale als Frauenschwarm nur stellenweise gerecht wird, z.B. mit „Boom Box“ oder „Ambulance“. Bush und Helmet Fans müssen „Distort Yourself“ einfach haben, aber auch alle anderen sollten ein Rockalbum mit dieser Klasse nicht verpassen. Wertung 9/10.