Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Klar, das Risiko ein aktuelles Helloween-Album durch den Titel in die Tradition der beiden legendären „Keeper“-Scheiben aus den Jahren 1987 und 1988 zu stellen, war beträchtlich. Mutig, mutig. Und das Überraschende: Das aktuelle Werk hält dem Vergleich mit seinen großen Vorgängern durchaus stand. Denn „Keeper Of The Seven Keys – The Legacy“ enthält einfach alles, was ein gutes Power Metal-Album ausmacht: Speed-Riffs, tolle melodische und virtuose Parts, eingängige Rocker und einen Schuss Progressivität sowie ein paar Bombast-Elemente. Sicher, wir befinden uns nun nicht mehr in den achtziger Jahren. Und zudem ist aktuell unter dem Helloween-Banner ja auch eine andere Besetzung aktiv, als es damals bei den Klassiker-Platten der Fall war. Erstaunlicherweise stört das aber an der aktuellen Scheibe überhaupt nicht. Keinesfalls versuchen die Jungs krampfhaft wie zu weiland alten Klassiker-Tagen zu klingen. Nein, sie integrieren moderne Sound-Elemente ebenso wie amtliche Heavy-Rock-Riffs einfach mit in die Songs. Und das tut dem Album hörbar gut! Insbesondere bei dem phantastischen „Come Alive“ oder dem superben „Do You Know What You´re Fighting For“ rocken Helloween tight nach vorne und glänzen durch tolle Soli. Die erste Single „Mrs God“ überzeugt hingegen durch große Eingängigkeit. Ein weiteres Highlight bildet „Occassion Avenue“ - ein toller Song, der locker die 10-Minuten-Marke überschreitet und vor allem durch seine Vielseitigkeit gefällt. Apropos: Vielfalt ist auf diesem Album generell Trumpf. Und das ist im Genre des Power Metal ja nun wahrlich nichts Alltägliches! Tradition hin oder her – „Keeper Of The Seven Keys – The Legacy“ ist ein tolles Album geworden. Vergleichen mit den ersten beiden „Keeper“-Alben hält es locker stand. Und seine Macher spielen sich damit direkt (zurück) in die allererste Reihe der melodischen Power Metal-Bands. Das Wagnis hat sich also ausgezahlt. Wer wagt, gewinnt! Wertung 10/10.