Jedes Land ist für seine bestimmten musikalischen Ergüsse bekannt und so weiß man auch bei Half Cousin direkt, das können nur Engländer sein. Das Künstlerkollektiv um Sänger und Songwriter Kevin Cormack wird als das nächste große Ding gehandelt und in der Tat zeigt sich in dem Debütalbum „The Function Room“ eine gewisse Extravaganz. Extravagant deshalb weil das Werk so schroff und ungehobelt klingt, gleichzeitig süßlichster Indie-Pop ist. Ursprünglich von den schottischen Orkney Inseln kommend sind Half Cousin jetzt in London ansässig, beides passt zu dem Sound der Band. In London stießen zwei Mitglieder der Joe Strummers Band hinzu. Auch die liegt wiederum musikalisch gar nicht so weit von Half Cousin. Was an dem Werk vor allem auffällt ist die „Junk Percussion“, ein trashiger Material-Mix, rumorend und lebendig was einen äußerst organischen Klangtrip erzeugt. Es ist aber nicht nur ein Album der Geräusche, nein es gibt auch richtige Songs und mit „Girl“ oder „Half Turn“ auch ganz klassische Indie-Pop Nummern. Die Reise durch die 13 Tracks bleibt immer aufregend und klingt immer anders, kein Song wie der andere und immer wieder ist ein Geräusch dabei dass einen aufhorchen lässt. Es ist eine Melange aus dem Besten was die Indie-Pop Welt derzeit zu bieten hat, eigenständig, großartig aber auch nicht immer überragend. Wertung 8/10.