Über Franz Ferdinand braucht man eigentlich nicht mehr viel zu schreiben, der selbstbetitelte Erstling der schottischen Band und solche Hits wie „Take Me Out“ oder „This Fire“ dürften ja noch gut in Erinnerung und in allen Ohren sein. Endlich erscheint jetzt mit „You Could Have It So Much Better“ der Nachfolger zu „Franz Ferdinand“ und das mit Abstand am meisten und am sehnsüchtigsten erwartete Album des Jahres 2005. Wie bei vielen anderen Bands, deren Debütalbum mit dem Prädikat „maßstabsetzend“ und mit Höchstwertungen gehypt wurde, stehen auch Franz Ferdinand hier vor der fast unfassbar schweren Aufgabe ein ebenwürdiges Zweitwerk abzuliefern. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche an das Album und die Möglichkeit zu scheitern. So gesehen kann man beruhigt sein, denn „You Could Have It So Much Better“ ist immer noch genau wie der Vorgänger unvergleichlich Franz Ferdinand, von Bands wie Gang of Four beeinflusster, trocken und sexy klingender Diskopunk und der erste Impuls ist dann glücklicherweise auch immer noch: sofort auf die Tanzfläche und tanzen. In diesem Sinne erfüllt „You Could Have It So Much Better“ alle Erwartungen: das Album ist funkiger, noch tanzbarer und komplexer geworden, besticht aber immer noch mit diesen unbeschreiblich hypnotisierenden und vielschichtigen Gitarrenmelodien, die Franz Ferdinand so auszeichnen. Genau wie auf „Franz Ferdinand“ fällt keiner der dreizehn sehr anspruchsvollen Songs aus dem Rahmen und der Band gelingt es, das komplette Album hindurch ein konstant hohes Niveau zu halten. Doch treten Franz Ferdinand mit diesem Album nicht auf der Stelle, es lässt sich vielmehr eine deutliche Weiterentwicklung zum Vorgänger feststellen. Zu supertanzbaren Hits wie „The Fallen“, „This Boy“ und „Evil and A Heathen“ mischen sich ruhigere und nachdenklichere Songs, die der Band ausgesprochen und überraschend gut zu Gesicht stehen und sehr angenehm an die Beatles erinnern. Fazit: Mit „You Could Have It So Much Better“ ist Franz Ferdinand ein sehr intensives, spannendes, komplexes und auch überraschendes zweites Album gelungen, das den Ruf der vier Schotten als eine der aufregendsten Popbands bestätigt und vielleicht sogar als das bisher beste Album des Jahres 2005 gelten kann. Wertung 9/10.