In den Staaten ist Kathy Fishers längst eine gesetzte Größe, bei uns gelang es ihr aber nie so richtig Fuß zu fassen. Allerdings ist amerikanischer Folk-Country-Pop bei uns auch nicht so sehr angesagt wie in den Staaten. Aufgrund ihres Gesangs erinnert Fisher an Shea Seger, Heather Nova, Leona Naess oder Amiee Mann. Das Spektrum des Albums ist breit aufgefächert, von Balladen wie ihrem Erfolgssong „I Will Love You“ finden sich auf „Any Way“ auch flotte, eingängige Nummern wie „Dirty Girl“. Fisher versteht sich vor allem darauf, hypnotische Refrains abzuliefern, die bei jedem Song sofort fesseln. Die Mischung stimmt jedenfalls, ruhige und schnelle Stücke wechseln sich ab, die Spannung entweicht so in der knappen Stunde nie. Allerdings gilt es auch anzumerken, dass vor allem Fishers Stimme das Geschehen bestimmt, das Songwriting ordnet sich dem unter und vermag es nicht immer Akzente zu setzen. Dies tut der Faszination, die „Any Way“ ausübt jedoch keinen Abbruch. Wertung 8/10.