Bei Büchern sagt man manchmal, der erste Satz sei entscheidend für die weitere Beurteilung des Buches. Würde man diesen Grundsatz auf das Debütalbum von Emanuel anwenden, könnte man es ruhigen Gewissens sofort bei Seite legen; „Listen Up, Motherfuckers“ schallt es einem anfangs entgegen. Doch was auf ihrem „Soundtrack to a Headrush“ dann folgt, offenbart glücklicherweise ganz andere Qualitäten der Band. Der Promotext spricht recht phantasievoll von einer Kombination zwischen Louisville-Indierock, Nirvana, Smashing Pumpkins und den Beatles, doch bedarf es schon einem gewissen Maß an Vorstellungsvermögen um all diese Einflüsse auf „Soundtrack to a Headrush“ herauszuhören. Am ehesten erinnern Emanuel vielleicht noch an Refused, doch vergleichbar sind sie eigentlich weniger und irgendwo zwischen den Eckpunkten Punkrock, Metalcore, Screamo und Indierock anzusiedeln. Auf den 10 Songs wechselt sich brachialer Hardcore mit melodiösen Momenten ab und wird plötzlich zum Popsong. Am meisten gefallen Emanuel bei ihren schnelleren, eher hardcorelastigeren Songs, die etwas ruhigeren Lieder wissen leider nicht immer zu überzeugen und trüben den recht positiven Eindruck der Band etwas. Ebenfalls erstaunt die Tatsache, dass Vagrant mit Emanuels „Soundtrack to a Headrush“ diesmal kein Emo-Album veröffentlichen, was durchaus zu begrüßen ist. Wertung 7/10.