Ein hartes und ein melodiöses Album, für Nummer 3 einigen sich Disturbed auf die Mitte. Die Erwartungen an „Ten Thousand Fists“ sind sicherlich hoch, in Amerika gehören sie zu den Schwergewichten, hierzulande konnten Disturbed allerdings nie so ganz in der Spitzengruppe Fuß fassen. Was schon durch den Vorgänger „Believe“ eingeleitet wurde, zeigt sich auch auf dem neuen Album, Disturbed klingen reifer, ausgeglichener, benutzen mehr Soli und ziehen mehr Einflüsse aus der Hardrock-Szene, auf dem Debüt „The Sickness“ konnte man sie noch als waschechte Metaller sehen. Jetzt bedient die Band aus Chicago eine größere Zielgruppe, dazu hat sich auch David Draiman weiterentwickelt, sein energetischer Gesang zeigt sich vielschichtiger und anpassungsfähiger. Herausgekommen sind 14 Songs, die allesamt konstant auf einem hohen Level liegen, „Ten Thousand Fists“ beweist seine Stärke als geschlossenes Album und nicht durch einzelne Hits. Wer keinen New Metal mehr sehen kann dürfte sich über Disturbed freuen, die hier den Bogen zwischen den Wurzeln und Fortschritt gespannt haben, und gleichzeitig ohne Entertainment-Elemente auskommen, auf „Ten Thousand Fists“ darf der Song sprechen. Wertung 8/10.