Jetzt da die Guano Apes weg vom Fenster sind ist der Weg frei für Die Happy, und das wissen die mit ihrem bislang besten Album zu nutzen. Rougher und ungeschliffener, jedoch musikalisch interessanter zeigen sich die neuen Songs, die diesmal nicht von Star-Producern abgemischt wurden. So hört man dann nach dem noch radiotauglichen Opener und Titelsong „Bitter To Better“ schon auf „In Love“ wesentlich brachialere und sperrigere Töne. Gleichzeitig hat Marta Jandová mehr Entfaltungsraum für ihren Gesang, das tut ihr und dem Album merklich gut, hatte man doch früher den Eindruck, dass sie manchmal mit angezogener Bremse agierte. Hitpotenzial findet sich auf dem Album genug, „Big Big Trouble“, „Love To Hate You“, „I Am“ oder „Blood Cell Traffic Jam“, dazu Balladen „Perfect“, „Stranded“ und „Inside“. Nicht alle Songs stammen von Die Happy selbst, so wurden auch Songwriter wie Diane Warren (Aerosmith, Bon Jovi) engagiert, ob das jedem Rocker in den Kram passt ist fraglich. Ohne Frage jedenfalls ist dabei ein abwechslungsreiches, spannendes und ausnahmslos gutes Rockalbum herausgekommen, das ordentlich Drive besitzt. Das Ganze gibt es auch im neuen Dual-Disc Format im 5.1 Mix. Wertung 8/10.