Schwere Kost erreicht einen hier Deerhoofs neuem Album „The Runners Four“ – schwer, aber irgendwie auch ganz leicht zugleich. Es ist dieser Gegensatz, dieses Spiel mit leicht verdaulichem, fast ins Easy-Listening abdriftenden Pop und dissonanten, verwirrenden und experimentellen Soundkollagen, welcher die zwanzig Songs von „The Runners Four“ prägt. Dazu kommt der hypnotische Gesang von Sängerin Satomi Matsuzaki, die mit ihren kryptischen und mysteriösen Texten, der Musik von Deerhoof eine unverkennbare Komponente gibt. Mitglieder der Band sind übrigens bei den noch experimenteller, komplizierter und wahnsinniger klingenden Xiu-Xiu aktiv, was hier einiges erklären dürfte. „The Runner´s Four“ ist trotzdem das mit Abstand eingänglichste aller Deerhoof Veröffentlichungen – es lassen sich oft sogar klar erkennbare Songstrukturen raushören. Als Vergleiche könnte man die genannten Xiu-Xiu oder vielleicht die Beatles nennen – aber auch das trifft nicht richtig zu. Wer interessanten, modernen und aufregenden Indiepop mag und sich von der anfänglichen Komplexität des Albums nicht abschrecken lässt, hat hier die Chance in „The Runners Four“, ein ganz großes Kunstwerk zu entdecken. Wertung 8/10.