Fünf Jahre nach seinem Durchbruch mit „White Ladder“ ist er wieder da, längst etabliert und als Genie des Songwritings anerkannt. Kein Mann des großen Entertainment und doch einer des großen Erfolgs. Daran wird sich auch jetzt kaum etwas ändern, denn er setzt auch auf dem neuen Werk wieder auf bewährte Rezepte. Insgesamt findet sich ein Hauch mehr Fröhlichkeit in den Songs wieder, ein Stück mehr Antrieb wie auf „The One I Love“. Es bleibt bei den Ansätzen, das Album fließt langsam in seinem gemächlichen Trott vorbeiziehender Landschaften. Der Titel ist Programm, aber Slow Motion war bei David Gray auch schon zuvor und beim Vorgängeralbum „A New Day At Midnight“ angesagt. Es gibt viele Binsenweisheiten die auf den Engländer zutreffen könnten, in erster Line hat er aber einfach wieder ein erstklassiges, kraftvolles Stück Musik abgeliefert, 45 Minuten lang. Die Neuerungen und die Abweichungen von der Norm findet man eher im Detail und nur bei genauem Zuhören, aber auch gerade deshalb ist „Life In Slow Motion“ ein Album, mit dem man sich auch längere Zeit beschäftigen kann. Wenig driftet aus dem homogenen Soundgefüge aus, erst zuletzt auf „ Disappearing World“ reiben sich die Harmonien stellenweise ein wenig mehr. David Gray mag sich diesmal nicht selbst übertroffen haben, aber er hat seine getroffenen Ziele erreicht. Wertung 8/10.