Es ist mittlerweile das dritte Album welches der irische Singer/Songwriter Damien Dempsey mit „Shots“, und einiger Verspätung, jetzt auch in Deutschland und Kontinentaleuropa veröffentlicht. In Irland ist Dempsey ein Superstar, „Shots“ stieg auf Platz 1 der irischen Charts ein und er selbst wird dort schon als irischer Bob Dylan gefeiert, den er sogar auf Dylans Europa-Tournee 2004 in Irland supporten durfte. Dieser massive Erfolg wird dem aus Dublin stammenden ehemaligen Boxer hier leider wohl verwehrt bleiben, auch wenn er ihn eigentlich verdient hätte. Denn Dempsey überrascht auf seinem dritten Album nicht nur mit einem überzeugend dargebotenen, soliden Folkrock mit dezidiert irischem Einfluss, sondern ebenfalls durch seine hohe musikalische Vielseitigkeit. Man bekommt hier, trotz offensichtlichem irisch-regionalem Bezug, keinen langweiligen Provinzialismus sondern vielmehr die kosmopolitische Seite des Songwriters zu hören. Dempsey vermischt traditionellen Folk, mit dem Einfluss seiner beiden musikalischen Vorbilder Bob Marley und Elvis Presley. Selbst Sprechgesang dominierte und an Rap erinnernde Songs lassen sich auf „Shots“ wieder finden („Colony“). So ist es auch sein bester Song auf dem Album, der diese musikalische Vielseitigkeit am deutlichsten zeigt, das stark Reggae angehauchte und an Bob Marley erinnernde „Patience“. Morrissey ist als dritter großer Einfluss Dempseys ebenfalls ständig präsent. Überzeugend wirken die sehr poetischen, sozialkritisch-politischen Texte, die überhaupt nicht mainstreammäßig anbiedernd erscheinen, sondern vielmehr zeigen, dass Dempsey trotz seinem großen Erfolg in der Heimat, Ecken und Kanten bewahrt hat. Abgerundet wird das Album durch ein liebevoll und sehr schön aufgemachtes Booklet. Wertung 8/10.