Mit 27 Jahren ist er einer der wichtigsten Rapper in Deutschland, vier Alben hat er schon vorgelegt, das ist viel in dem sonst so inflationären Rapgeschäft. Mit „Sinnflut“ ist dem Mindener sein bestes Album gelungen, deshalb, weil es das ausgewogenste, entspannteste und gleichzeitig spannendste ist. Einerseits zeigt Curse auf den 18 Tracks Stärken nach vorne, „Der Fluch“, die Single „Gangsta Rap“ und „Broken Language“, mit dem unerwarteten Samy Deluxe Feature, sind Nummern, die Curse in perfekt ausformulierter Schärfe zeigen, ohne unnötig Lärm zu machen. Auf der anderen Seite steckt viel Soul in „Sinnflut“, ob „Liebe“ mit Vanessa Mason, „Struggle“ mit Samir, „Spiritual“ mit Patrice oder „Heilung“, das Album ist ein berührendes und sinnliches Erlebnis mit durchweg hochklassigen Produktionen, die meist von Claud und Sashliq stammen. Es mangelt dem Werk aber auch nicht an Highlights anderer Art, „Nimm’s Leicht“ mit Beat und Hookline von Pete Rock und „Flutlicht“ featuring Black Thought von The Roots, das sind Kollabos, die einem Album internationalen Flair und Klasse verleihen. Das 8-Minuten Epos „Herbstwind“ unterstreicht, dass Curse hier etwas abgeliefert hat, was Bestand in deutschen HipHop-Szene haben wird, auf diesem Level hat noch keiner gerappt. Wertung 10/10.