„Culcha candela“, was man ungefähr mit „Heiße“ bzw. „Feurige“ Kultur übersetzen kann, geben ihrem Namen alle Ehre. Ihr Anspruch ist es, Kulturen miteinander zu verbinden und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die sechs Vokalisten und ein DJ aus fünf Ländern bzw. vier Kontinen-ten gefunden haben (Larsito, Don Cali und Lafrotino aus Kolumbien – Johnny Strange aus Uganda – Itchyban aus Polen – Chino con Estilo aus Korea – Mr. Reedoo aus Deutschland). Auch ihre Texte singen sie in verschiedenen Sprachen. So findet man auf „Next Generation“, der ersten Maxi-CD-Auskopplung aus dem bald folgenden gleichnamigen Album sowohl einen englischen („Next generation“), spanischen („Pachito“) wie auch deutschen („Anfang“) Song. Des Weiteren beherrschen sie Patois, den jamaikanischen Kreolenslang. Inhaltlich verfolgen sie die Absicht, Veränderung, Freiheit und Respekt zu propagieren, weshalb sie sich ausdrücklich vom sog. „Battlerap“ distanzieren, der eher auf das übliche Dissen und Provokation aus ist. Musikalisch vereinigen sie Latin, salsa, hip hop und reggae und führen damit ihre kulturelle Mixtur fort, so dass man sagen kann, dass Globalisierung bei ihnen eine musikalische Verkörperung findet. Schon das Debütalbum Union Verdadera („Wahre Einheit“) der seit 2002 gemeinsam als community lebenden bzw. arbeitenden Band deutete dies an. Der teilweise martialisch wirkende Blick auf dem Cover von next generation täuscht. Vielmehr erweist sich ihre Musik als lebensbejahend und vermittelt einen sehr positiven Charakter. Wertung 8/10.