Chicago hat seine Ruf als kreativer Melting-Pot der Musiklandschaft schon längst verloren, was dort angesiedelte Bands aber nicht davon abhält, Musik abzuliefern, die allen Normen trotzt. Die Cougars sind eine solche, ihr Debütalbum „Nice, Nice“ wurde schon hochgelobt, mit dem zweiten Werk „Pillow Talk“ sollte dies nicht anders aussehen. Der Opener „Toxic Fox Syndrome“ steigt wie eine Jam-Session ein, doch schon nach wenigen Takten bahnt sich der einschneidende, markerschütternde Gesang von Matthew Irie seinen Weg. Hardcore, Punk, Rock'n'Roll, Indie-Rock, alles trifft hier in einem rohen Mix aufeinander. Dieser Mix wird hin und wieder mit einer Prise Jazz gewürzt, kurze Saxofon- und Trompeten-Einlagen sind das Tüpfelchen auf dem i. „Pillow Talk“ ist ohne Frage ein sperriges Album, trotzdem verstecken sich auf die Melodien nicht, vor allem „There's No „High“ In Team“ lebt davon. Ein Schuss der alten Dog Eat Dog steckt hier drin, nur ist bei Cougars alles krachiger und abgedrehter. Bodenhaftung verliert das Album trotzdem nicht, hier geht es nicht um Avantgarde, hier geht es um Entertainment. „Pillow Talk“ kann und darf Spaß machen und das ist gut so. Ein feuriges Album aus einer Stadt, die anscheinend wieder richtig lebt. Wertung 8/10.