Indie Bands von der britischen Insel haben derzeit ja Hochkonjunktur, kaum eine die nicht hochgejubelt wird. Vergessen werden da schnell mal die deutschen Perlen, so Cloudberry aus Frankfurt mit ihrem zweiten Album „Destroyer“. Zerstörerisch ist die Musik überhaupt nicht, dagegen warm, sanft, melancholisch und gleichzeitig druckvoll. Schon der Opener „Artcore“ ist eine Indie-Pop Hymne, hypnotisch in den Bann ziehend. Und schon sind wir bei der nächsten Stärke von Cloudberry, ehe Langeweile aufkommen kann ist der nächste Song angestimmt, 16 Lieder in einer halben Stunde, eine erfrischende Abwechslung von sonst auf zäher Indie-Kost. Herzstück von Cloudberry ist Marco Pleil, Singer und Songwriter, und ohne Frage mit großen Talenten. Nebenbei ist er bei Touren von Scumbucket an Gitarre, Keyboards und Vocals zu sehen. Verstecken muss er sich dabei mit seiner eigenen Band keineswegs, Cloudberry spielen Indie-Pop erster Güte, nicht so sensationell und effektheischend wie englische Bands, aber genauso gut. Wertung 8/10.