Mal ehrlich: woran denkst du beim Wort Cho-Jin? Eine Exotische Reissorte, fernöstlicher Kampfsport, eine chinesische Mega-Metropole oder einfach Japan? Irgendwie nahe liegend, das alles. Aber dennoch falsch. An ne Düsseldorfer Rockband? Wohl kaum. Und doch, Cho-Jin (japanisch für „Übermenschen“) nennen sich fünf Musiker aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Entdeckt von Wolfgang „Wölli“ Rohde, dem ehemaligen Schlagzeuger der Toten Hosen, sind die Düsseldorfer mit ihrem Debütalbum „Woanders“ aber weniger im Punkrock als vielmehr im traditionellen Crossover der 90er Jahre á la H-Blockx und Konsorten unterwegs. Nur eben mit deutschen Texten, wobei sich nicht nur deswegen ständig Erinnerungen an Son Goku, dem Rock-Projekt mit Thomas D von den Fantastischen Vier, aufdrängen. Gerade dieser Vergleich zeigt aber das Problem von Cho-Jin, denn sonderlich originell ist ihre Musik nun wirklich nicht. Und ein richtiger Ohrwurm (wie z.B. Son Gokus „Wann willst du leben, wenn nicht jetzt?“) lässt sich auf „Woanders“ auch nicht ausmachen. Doch trotzdem: Das ist alles kein Beinbruch, denn Spaß macht ihr energetischer und mitreißender Sound allemal. Im Blich behalten sollte man die Nordrhein-Westfalen auf jeden Fall. Weil Potenzial haben Cho-Jin, definitiv. Und dann werden vielleicht in Zukunft auch mehr Menschen beim Wort Cho-Jin nicht nur achselzuckend weitergehen, sondern an Crossover made in Düsseldorf denken. Wertung 6/10.