Der Kölner Singer/Songwriter Thorsten Reichelt, präsentiert unter dem Namen „Brink“ nach der Trennung von dem Label Sitzer Records jetzt im Eigenvertrieb hier sein nunmehr drittes Album, „My Family“. Musikalisch zeichnet sich „My Family“ durch sehr zurückhaltenden, entspannt wirkenden und sparsam instrumentierten Folk aus. 11 kleine Popperlen, die Geschichten erzählen und mit schönen Melodien unterlegt sind. Gerade Reichelts sehr eigener Gesang und die teilweise sehr abstrakt gehaltenen Texte geben der Musik eine ganz eigene Note und wissen zu überzeugen. Unterstützt wird der Songwriter auf „My Family“ von den Kölner Indie-Größen Kurt Kreikenbom und Andreas Koyama, die sich bei Brink mittlerweile als feste Backing-Band etabliert haben. Als musikalischen Vergleich könnte man noch am ehesten Elliot Smith heranziehen. Leider schafft Reichelt es jedoch nicht, Charme und Spannung, die die meisten der Songs so überzeugend kreieren, über das ganze Album hinweg zu halten - einige Lieder fallen so leider etwas aus dem Rahmen. Allerdings hört man doch deutlich, dass die Band viel mehr Potenzial aufweist. Am ehesten dürften Brink ihren melancholischen Charme live entfalten und dementsprechend richtig gut sein. Am besten ganz unerwartet in einer dunklen Ecke einer sympathischen Eckkneipe, in die man zufällig an einem verregneten Abend, den man schon abgeschrieben hatte, geraten ist. Wertung 6/10.