Man glaubte, sie seien in der Versenkung verschwunden und hätten sich nach ihrem dritten Album „Hooray for Boobies“ endgültig als Eintagsfliege herausgestellt, aber jetzt sind sie nach sechs Jahren zurück, eine Zeit, die sich früher nur langgediente und über Jahrzehnte hinweg etablierte Bands erlauben konnten, ohne Gefahr laufen zu müssen, auf dem Musikmarkt eventuell gar nicht mehr beachtet zu werden. Aber die Bloodhoundgang knüpft da an, wo sie aufgehört hat, ja man könnte sagen, sie ist noch provokanter als früher und behält den altbewährten Soundmix aus HipHop-Elementen, Punk, Synthieklängen, quasi Crossover bei. Schon ihr neues Video zur Single-Auskopplung „Foxtrott Uniform Charlie Kilo“ gibt den Ton auf visuelle Weise an und scheut sich nicht, tief in die Kiste der Phallus-Symbole zu greifen. Auch die Songtitel versprechen inhaltlich den verbalen Griff unter die Gürtellinie, so dass es fast schon beleidigend wirkt, durch den obligatorischen Aufdruck „Parental Advisory – explicit content“ auf dem Cover noch drauf hingewiesen zu werden. Angesichts der Abbildung eines doch eher aufgequollenen, gedrungenen und sich vor allem nackt in einem räumlich äußerst begrenzten Verschlag befindenden Mannes, erwartet man eigentlich auch nichts seriöses im klassischen Sinn. Die Songs sind zwar im Vergleich zueinander abwechslungsreich, in sich gesehen wirken sie oftmals monoton, wie z. B. im Besonderen in „Ralph Wiggum“ oder „Pennsylvania“. Dagegen sind „I’m the least you could do“, „Something diabolical“ und „Uhn tiss uhn tiss uhn tiss“ Persiflagen auf den Sound der 80er, vor allem letzterer wirkt wie eine „Verarschung“ auf Techno. Die bereits erwähnte Single spiegelt den typischen Bloohoundgang-Sound am stärksten wider. Ansonsten hebt sich noch „Balls out“ ab, ein Song, der eher in Richtung Heavy geht. Zu zweifeln ist, ob die Bloodhoundgang mit diesem Konzept noch einmal einen solchen Hype auslösen wird wie zu Beginn ihrer Karriere aber ihre Gemeinde haben sie ja schon gefunden und die wird sicherlich mit dieser neuen CD glücklich sein, auch wenn sich Fans und Band, wie es immer heißt, gegenseitig hassen, aber vielleicht ist auch gerade das das vereinigende Band, die Symbiose, die Erfolg verspricht. Wertung 7/10.