Art Rock is dead? Nun, sicherlich ist diese anspruchsvolle Darreichungsform des Rock´N´Roll seit den Zeiten legendärer Bands wie Pink Floyd & Co. aus dem Fokus des öffentlichen Interesses und den herausragenden Verkaufszahlen von Charterfolgen verschwunden. Und trotzdem: Es gibt noch Bands, die progressive Rockmusik jenseits von drei Akkorden spielen. Bands wie Arilyn, die ihren Stil laut Presse-Info selbst als „Space Rock“ beschreiben. Im Klartext heißt dies: Melodic Rock trifft auf ein paar dezente elektronische Spielereien und dazu kommen einige Prog-Elemente. Besonders zu überzeugen weiß die atmosphärische Gitarrenarbeit von Jürgen Kaletta, die tolle Melodienlinien beinhaltet. Einzig die nicht perfekte Produktion, der schlicht der Druck fehlt, ist als negativer Punkt zu nennen. Zudem ist der Gesang von Frontman Christian Külbs stellenweise noch ziemlich unausgegoren (bei hohen Tönen), was sicher auch an den anspruchsvollen Songs liegt. Es ist trotzdem schade, denn ein guter Gesamteindruch steht und fällt nun einmal mit der Gesangsleistung des Frontmans. Exemplarisch für das Schaffen Arilyns sei hier der Song „Reality“ genannt. Atmosphärisch beginnend, bietet dieses Lied Platz für einen wunderbaren Saxophon-Part (hab ich seit Amorphis „Veil Of Sin“ nicht mehr gehört). Herausragend ist die Gitarrenarbeit, insbesondere der Riff nach dem Saxophon-Teil im Mittelstück. Letztlich bleibt aber ein fader Beigeschmack, denn der sehr hohe Gesang kann gerade in diesem Stück nicht überzeugen. Trotzdem: Eine Band, die so einen tollen Song wie „Run“ (Inklusive eines Klasse-Solos) schreibt, kann einfach nicht schlecht sein! Wertung 6/10.