Das mit dem Grand-Prix ist ja so eine Sache, welche gute Sängerin hat man da in Erinnerung? Das Gleiche mit Kinderstars, welcher ist heute noch erfolgreich? Anna Sahlene ist so etwas wie ein Multitalent, sie spielte in „Die Kinder von Bullerbü“, sang 2002 beim Grand-Prix und lieh Halle Berry in „Robots“ ihre Stimme. Jetzt hat die Schwedin ihr zweites Album „Photograph“ veröffentlicht, für das sie sich mit renommierten Songwritern auf der ganzen Welt, vor allem New York und Los Angeles traf. Dabei kann Anna auch selber schreiben, das tat sie für Joana Zimmer. Anna's Album ist ein klassisches Rock/Pop-Album geworden, das nicht auf modische Trends setzt, dafür aber, entsprechend der großen Anzahl der beteiligten Songwriter, viele verschiedene musikalische Einflüsse in sich trägt. Balladen, Soul, kräftiger Rock, 80's und sogar Reggae findet sich auf einem Song, „Mama Put Your Gun Down“. 13 Songs, allesamt gut produziert, ein schöner roher Sound, dazu Anna's grandiose Stimme, eigentlich beste Voraussetzungen für ein tolles Album, und doch schafft es „Photograph“ nicht so recht zu überzeugen. Eine steht felsenfest, das ist Anna, doch die Musik umso sie rum ist zu sehr zum Flickenteppich geworden, zu austauschbar, zu profillos. Wer ein belangloses Popalbum sucht, dem wird dieses hier zu anspruchsvoll sein, wer ein anspruchsvolles sucht, der findet hier ein zu einfach gestricktes. So oder so, tolle zeitlose Songs gibt es hier zu hören. Wertung 6/10.