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Amplifier
Steamhammer / SPV VÖ: 06.06.2005

Amplifier – das ist eine britische Prog Rock-Band, die schon einige Erfolge einheimsen konnte (war u.a. 2004 bei den Kerrang! Awards als beste Newcomer-Band nominiert) und trotzdem in Deutschland vor allem beim Hard Rock-orientierten Publikum noch nicht so richtig bekannt ist. Aktuell wird nun ihr 2004 erschienenes selbstbetiteltes Debütalbum neu veröffentlicht - die Gelegenheit, diese Band kennen zu lernen. Wie diese Form des Prog Rock klingt? Nun, zunächst das Positive: Amplifier nehmen den Hörer tatsächlich mit auf eine Reise durch die Rockgeschichte seit den 70ern. In ihrem Prog Rock verarbeiten die Briten viele Heavy Rock-Einflüsse, aber auch massig Experimentelles. Das klingt dann teilweise mal sehr nach Black Sabbath (man höre „Motorhead“), erinnert stellenweise aber auch sehr an typisch amerikanisch-sozialisierten Alternative Rock („Old Movies“ oder auch „Neon“) respektive Grunge der Marke Pearl Jam. Und an einigen Stellen wird der geneigte Hörer auch mal an die legendären Led Zeppelin denken müssen. Klar, das ist wirklich spannend und rockt dank der tollen Produktion auch ordentlich. Besonders das wirklich starke „Post Acid Youth“, das durch den Gesang sehr an das legendäre Genesis-Album „Calling All Stations“ denken lässt und nun wirklich kein durchschnittlicher Rock-Song ist, begeistert. Und auch „The Consultancy“ ist ein ordentlicher Rocksong, der zu gefallen weiß. Als Kritikpunkt lässt sich allerdings nennen, dass der Silberling stellenweise doch recht sperrig ausgefallen ist, was dem Hörer den Zugang erheblich erschwert. Und nicht nur für einen Song gilt: Weniger ist manchmal mehr. Zu viele Ideen in einem Song überfrachten diesen und sorgen für keinen bleibenden Höreindruck. Sicher, Prog Rock ist nun mal eine experimentelle Musikrichtung – kann aber trotz allem auch verdaulich sein. Diese Grenze überschreiten Amplifier leider mehrfach – und dann ist die Musik einfach nur noch anstrengend. Zur beigelegten Bonus-EP: Die beiden Videos zu „The Consultancy“ und „Neon“ lohnen sich durchaus, ragen aber nicht aus der Menge der Rockvideos heraus. Die restlichen vier Songs marschieren musikalisch in die Richtung des Albums und sind qualitativ auf demselben Level. Fazit: Amplifier – das führt zu mixed emotions. Schlecht sind die Songs wahrlich nicht, aber wirklich überzeugend eben auch nicht. Etwas weniger experimentelle Elemente, dafür etwas mehr die wunderbar rockenden Heavy-Riffs in den Vordergrund gerückt – und ich wäre begeistert. Wertung 6/10.

Autor:
Matthias Klein

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